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Wo kommt die Verunreinigung im Trinkwasser her?

Eine systematische Fehlersuche — von der Quelle bis zum Haus
22. August 2026 durch
Richtsfeld GmbH, Martin Richtsfeld
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Im ersten Artikel haben wir erzählt, wie der offizielle Wassertest kam und alles verändert hat. Hier geht die Geschichte weiter…

Nachdem der Test kam, war mein Freund erst einmal ratlos. Enterokokken, E. coli, Bakterien — aber woher? Und immer wieder mal Wasserknappheit, die er erst dann bemerkte, wenn kein Wasser mehr aus dem Hahn kam.

Mir war schnell klar: etwas, das wir nicht durchschauen, können wir nicht lösen. Also mussten wir zuerst Klarheit schaffen, bevor wir irgendetwas reparieren konnten.

Das Wassersystem auf seinem Grundstück war über Jahrzehnte gewachsen — ein typischer Fall bei privaten Wasserversorgungen im ländlichen Raum. Sein Großvater hat damals mit einer einzigen Quelle angefangen. Mit der Zeit kam mehr Bedarf dazu, also wurde erweitert. Ein Bohrbrunnen kam dazu. Ein Schachtbrunnen. Ein Sammelbecken. Niemand hatte das System von Grund auf geplant — es war Stück für Stück entstanden, wie bei den meisten Häusern und Höfen, die ich seither kennengelernt habe.

Aber genau das machte die Fehlersuche kompliziert. Wo im System steckte das Problem?

Erst verstehen, dann handeln

Der erste Schritt war mühsam, aber notwendig: Wir mussten herausfinden, wo sich jeder einzelne Brunnen befindet, und wohin jeweils gepumpt wird — und zwar schriftlich dokumentiert. Sehr geholfen hat uns dabei DORIS, das Geoinformationssystem des Landes Oberösterreich. Dort lassen sich Höhenunterschiede, Schwemmgebiete, Wasserschutzzonen und geologische Daten einsehen — kostenlos und öffentlich zugänglich. Für jeden, der sein eigenes Wassersystem verstehen will, ist das eine echte Fundgrube.

Erst als wir den kompletten Weg des Wassers von der Quelle bis zum Wasserhahn im Haus dokumentiert hatten, konnten wir systematisch weitermachen.

Test für Test durch das System

Der nächste Schritt: Wassertests. Nicht nur einer — mehrere, an unterschiedlichen Punkten im System. Von der Quelle im Wald. Vom Bohrbrunnen. Vom Schachtbrunnen. Vom Sammelbecken. Dabei reichte für diese Suche der bakteriologische Test — deutlich günstiger als eine vollständige chemische Analyse, aber ausreichend, um zu zeigen, ab welchem Punkt die Verunreinigung ins System kam.

Die Entnahme selbst ist dabei nicht ganz trivial. Bei Brunnen und Schächten braucht es eine sogenannte Schöpfprobe — und dabei muss man aufpassen, selbst keine Keime in die Probe einzubringen, was das Ergebnis verfälschen würde. Die passenden Probengefäße bekommt man zum Beispiel direkt bei der AGES, doppelt steril verpackt.

Die Ergebnisse waren aufschlussreich. Die Quelle im Wald war sauber — wie erwartet. Der Bohrbrunnen ebenfalls. Aber der alte Schachtbrunnen war belastet. Wir vermuteten, dass Oberflächenwasser über undichte Stellen am Schacht eindrang. Und weil das Sammelbecken sein Wasser genau von diesem Zwischenbrunnen bekam, war auch dieser kontaminiert.

Ein Warnsignal, das niemand erkannte

Seit wann das schon so war, ließ sich nicht mehr sagen. Eine Woche, ein Jahr, zehn Jahre — ohne regelmäßige Messungen gibt es darauf keine Antwort.

Im Nachhinein gab es sogar ein Anzeichen: Bei Starkregen schmeckte das Wasser manchmal ein wenig anders. Mein Freund hatte sich damals nichts dabei gedacht. Erst später wurde ihm klar — genau das war das Muster. Oberflächenwasser, das nach starkem Regen in den Schachtbrunnen eindrang.

Die Reinigung

Die vermutete Ursache war gefunden. Also ging es an die Arbeit. Sowohl der Schachtbrunnen als auch das Sammelbecken mussten gereinigt werden — bei einer Kontamination dieser Art reicht es nicht, nur die Quelle des Problems zu säubern. Somit haben wir das gesamte nachfolgende System, bewusst ohne Chemie, durchgespült und gereinigt. Die Freiwillige Feuerwehr half uns dabei, die Behälter durchzuspülen — eine Arbeit, die man nicht alleine macht. Danach ließen wir das System langsam wieder auffüllen.

Und dann kam der Moment für den nächsten Test. Diesmal waren wir uns nicht mehr so sicher, was das Ergebnis bringen würde.

Ein paar Tage später, alle Behälter waren wieder voll, sahen wir im Schachtbrunnen leicht braune Verfärbung und ein Büschel feinstes Wurzelwerk.

Wir befürchteten das Schlimmste. Eine gebrochene Leitung, tief in der Erde…

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